
Das Thema „legasthene Mitarbeiter“ wird im betrieblichen Kontext bislang wenig thematisiert. Legasthenie (Dyslexie) wird gewöhnlich mit einer Schwäche assoziiert. Dabei ist sie lediglich eine andere Art der Informationsverarbeitung. Klang und Sprache werden anders wahrgenommen, gespeichert und wiedergegeben. Durch die veränderte Art der Informationsverarbeitung sind Legasthene aber in der Lage, andere Wege der Problemlösung zu erkennen und einzuschlagen. Problemlösungen mit ungewöhnlicher Herangehensweise und mit neuen Mitteln zeichnen zudem kreatives Verhalten aus. So ist es kein Zufall, dass bekannte kreative Menschen legasthen waren wie beispielsweise Albert Einstein, Ernest Hemingway oder Agatha Christie.
Im betrieblichen Kontext haben legasthene Mitarbeiter in vielen Bereichen des täglichen Arbeitens und Lernens oft Schwierigkeiten, da die Informationsdarstellung und -verarbeitung nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dabei kann die andere Art der Wahrnehmung beispielsweise bei gruppenorientierten Arbeitsformen zu erstaunlich kreativen Lösungen führen. Legasthen Lernende sind unter förderlichen Bedingungen eine Bereicherung für Teams.
Ziel des Workshops ist es zu zeigen, wie das kreative Potential und die Problemlösungsfähigkeit von legasthenen Mitarbeitern im betrieblichen Kontext eingesetzt werden können und welche Unterstützungs-leistungen sich im Arbeitsumfeld anbieten Zudem gilt es, legasthene Dispositionen bei Mitarbeitern zu erkennen, damit das verborgene Potential erfolgreich genutzt werden kann. Dazu werden im Workshop legasthenie-freundliche Arbeitshilfen vorgestellt, die betrieblichen Verantwortungsträgern die Mitarbeiterführung erleichtern und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter fördern.