
Mit dem Kopenhagen Prozess und der Förderung des lebenslangen Lernens wuchs auf europäischer Ebene auch das Interesse an der Transparenz von "Learning Outcomes". Das 2005 eingeführte Europass-Rahmenkonzept ermöglicht es europäischen Bürgern, Qualifikationen und Kompetenzen europaweit transparent zu machen. Zentrales Instrument ist der Europass CV, dem weitere Europass-Unterlagen - Sprachenpass, Mobilitätspass, Diplomzusatz und Zeugniserläuterung - zugeordnet werden können. Bei der Selbsteinschätzung des aktuellen Stand ihrer Sprachkenntnisse werden die Nutzer des Europass Sprachenpasses in vorbildlicher Weise unterstützt. Dem gegenüber werden Jugendliche bei der Dokumentation der Ergebnisse informellen Lernens im Europass Lebenslauf weitgehend allein gelassen. Dies ist umso bedauerlicher, als es besonders Jugendlichen oft gar nicht bewusst ist, wie groß der Anteil der Kompetenzen ist, die außerhalb formaler Bildungsgänge erworben werden und wie bedeutsam daher Zusatzinformationen über Resultate informellen Lernens sind. Vor diesem Hintergrund wird in dem Fachvortrag herausgearbeitet, wie Jugendliche bei der Selbstvergewisserung über Kompetenzen unterstützt werden können, um so - entsprechend einer strategischen Zielsetzung der europäischen Berufsbildungspolitik - Lernerfolge sichtbar zu machen, unabhängig davon, wo und auf welchem Weg sie erzielt wurden. Erste Erfahrungen mit einem im Rahmen des Leonardo da Vinci Projekts europass+ entwickelten online Unterstützungsinstruments, das es Jugendlichen ermöglicht, ohne begleitende Beratung mit geringem Zeitaufwand aussagekräftige, europaweit verständliche Informationen über ihre informell erworbenen Kompetenzen schriftlich niederzulegen, werden zur Diskussion gestellt.